Bildungstag der Jungen Liberalen
Veröffentlicht am: 13.06.2008
Landrat Armin Kroder besuchte die Jungen Liberalen
Vergangenen Donnerstag kamen viele Interessierte zum fit-for-job Bildunstag der Jungen Liberalen (JuLis) und Debeka im K3 in Lauf zusammen. Nach Bewerbungstrainings mit Mitarbeitern der Debeka folgte eine Podiumsdiskussion mit Hermann Unger (Teamleiter Debeka Lauf), Manuel Röhrich (jugendpolitischer Sprecher FDP Nürnberg) und dem Landrat Armin Kroder zum Thema „Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen – was können wir tun?“.
Landrat Kroder erzählte, dass die Forderung der JuLis nach verstärkter Förderung schwacher Schüler seit kurzem an einigen Hauptschulen im Landkreis umgesetzt werde. Er äußerte sich außerdem kritisch zum achtjährigen Gymnasium, dessen Ziel in seinen Augen zwar sehr löblich, die Umsetzung aber katastrophal sei – man müsse die Lehrpläne massiv kürzen um auch zukünftig jungen Gymnasiasten etwas Freizeit zu lassen. Betreuungsangebote wie sie etwa die evangelische Kirche in Lauf oder die Stadt Röthenbach anbieten, zeigen ganz klar, dass die Nachfrage hier größer als das Angebot des Landkreises ist. Armin Kroder möchte, dass solche Beispiele Schule machen und das Konzept möglicherweise adaptieren.
Das Thema Infrastruktur sieht in den Augen der JuLis weniger gut aus. Die wenigen Busse die verkehren, tun dies nur bis etwa 19 Uhr abends – für Nachtschwärmer also ein Grund doch mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Da der Landrat schon früher für das Thema ÖPNV im Landkreis zuständig war, sieht er hier ganz klar die Problematik und wird in Zukunft dafür Sorge tragen, dass Ortschaften mit mehr als 150 Einwohnern an das ÖPNV-Netz angebunden werden. Wie diese Busse dann getaktet sind, hinge aber vom Gelbeutel der Kommunen ab. Ob durch das großdimensionierte Projekt des Landkreises bereits bestehende Buslinien dann effektiv auch eine oder zwei Stunden länger fahren, konnte der Landrat nicht beantworten.
Bei der dritten großen Forderung der Jungen Liberalen nach einem stärkeren Mitspracherecht der Jugend war sich der Landrat unschlüssig. Zwar sei die Stimme der Jugend wichtig, aber ob man mit den von den JuLis geforderten Jugendparlamenten auch tatsächlich ein effektives Gremium schaffen könne, ist in den Augen von Kroder nicht ganz sicher und Bedarf einer genaueren Betrachtung. Ein Mitspracherecht der Jugend in der Politik ist für den Kreisvorsitzenden Henry Amm jedoch sehr wichtig. Zugeständnisse machte der Landrat deshalb bei den Wahlen an sich – Wählen mit 16 sei in den Augen des Landrates das Mittel zum Zweck.
Die Veranstaltung verlief mit 20 Teilnehmern sehr erfolgreich und der Kreisvorsitzende der JuLis und Moderator des Abends Henry Amm würde sich wünschen, dass „der junge Landrat endlich mal ein Politiker ist, der sein Wort hält. Zwar ist er nicht mit all unseren Forderungen einverstanden, aber unsere größten Sorgen erkennt auch der Landrat und möchte hier Abhilfe schaffen. Dass wir zukünftig noch viel Lob für Armin Kroder übrig haben werden, ist in meinen Augen gut möglich.“
Die Jungen Liberalen (JuLis) Nürnberg-Land sind mit ihren rund 20 Mitgliedern die einzige liberale Jugendorganisation im Landkreis Nürnberger Land. Kurz gesagt stehen sie für die größtmögliche Freiheit des Einzelnen, gelebte Toleranz und Verantwortung des Einzelnen gegenüber sich selbst und der Gesellschaft. Die JuLis sind ein eigenständiger Verein und keine Gliederung der FDP. Aber da die FDP die einzige liberale Partei in Deutschland ist, sind die JuLis die "FDP-nahe politische Jugendorganisation".
Henry Amm (Kreisvorsitzender)